Intervallfasten bei Adipositas – die erste Woche

fastentee

Genau vor einer Woche habe ich das Intervallfasten begonnen. Wieso, weshalb und warum kannst Du gern hier nochmal nachlesen.

Nachdem ich am ersten Abend also diszipliniert und voll bei der Sache war, kam der erste Morgen. Bis 11 Uhr sollte ich nun also warten, bis ich wieder etwas essen könnte.

Kein großes Problem für mich, denn ich gehöre nicht zu denen, die morgens erst mal ein Frühstück brauchen, um in Fahrt zu kommen. Einzig und allein einen Kaffee, den hätte ich morgens gern. Ich bin unschlüssig. Fasten heisst ja nunmal keine Kalorien. Und in meinen Kaffee packe ich ja schon einen ordentlichen Schluck Hafermülch morgens. Ein Dilemma.

Aber ich wollte das schaffen. Also harrte ich aus. Und wartete und wartete. Lenkte mich ab. Bis es endlich 11 Uhr wurde und ich meine Kaffeemaschine anwerfen konnte.

Eine neue Fülle von Möglichkeiten

Tja und dann war es 11 Uhr und ich durfte essen. Ich war völlig überfordert, angesichts der Fülle von Möglichkeiten, die ich ja jetzt hatte. Was essen ich denn jetzt? Jetzt hatte ich so lange gewartet und wusste dann doch nicht, was ich eigentlich essen sollte. Meine schlaue Abnehm-App sah für meine beiden verbliebenen Mahlzeiten, Mittag- und Abendessen, nun jeweils 750 Kalorien vor. Das ist verdammt üppig.

Ich habe dann um 11:30 Uhr eine Art Brunch veranstaltet. Es gab ein Brötchen mit Käse und veganer Wurst-Alternative, Kaffee mit meiner geliebten Hafermülch und Kokosghurt mit reichlich Früchten darin. Ich habe alles einzeln abgewogen und penibel in meine App eingetragen. 616 Kalorien. Das ist natürlich das schöne am Intervallfasten. In der Zeit, wo man essen darf, darf es dann auch reichlich zugehen. Ich habe einen leisen Verdacht, dass mir das entgegenkommt.

Den Tag über war ich unterwegs, bin viel gelaufen und war noch in der Stadt ein paar Besorgungen machen. Einen Bubble-Tea habe ich mir unterwegs gegönnt. Ansonsten hielt mein üppiges Mahl vom Vormittag gut vor.

Am Abend dann habe ich wieder gegen 18 Uhr mit der Zubereitung des Abendessens begonnen. Ich habe Feta mit Ofengemüse gemacht, dazu noch eine Scheibe Vollkornbrot mit Marmelade gegessen (quasi als Nachtisch) und ein alkoholfreies Radler getrunken.

Auch hier habe ich wieder alles akribisch getrackt und kam so schließlich auf eine Tagessumme von 1516 Kalorien. Besser geht’s nicht.

Die Abendstunden

Auch diesmal war für mich irgendwie auch wieder klar, dass nach 19 Uhr eben einfach nichts mehr gegessen wird. Ich habe keinerlei Anstalten gemacht, die Regeln zu brechen. Was ich jedoch noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass ich auch keinen wirklichen Drang hatte, mir noch etwas zu „gönnen“, wie das sonst so oft der Fall ist. Da schreit es abends dann eben doch noch nach einem Schokoriegel oder ein paar salzigen Chips. Jedoch nun nach diesem Fastentag – nichts. Ich bin fasziniert. So diszipliniert kenne ich mich gar nicht. Selbst in dem sechsmonatigen MMK habe ich nicht geschafft, meine abendlichen Futtergelüste zu besiegen. Und jetzt geht es auf einmal ganz leicht? Verrückte Sache.

Die nächsten Tage

Schon am Dienstag bin ich eingeknickt. Ein Aufstehen ohne Kaffee ist möglich, aber eben doch unvorstellbar für mich. Ich google und google. Professor Dr. Andreas Michalsen sagt in einem Interview, dass er morgens auch einen Kaffee trinkt. Wichtig, so erfahre ich an anderer Stelle ist, vor allem keinen Zucker zu sich zu nehmen. Und natürlich solle man sich keinen Latte Macchiato mit 200ml Milch und 15 ml Espresso reinhauen. Ein Schucker Milch in den Kaffee sei aber okay.

Ich wiege 85g Hafermilch ab. Damit bleibe ich unter 50 Kalorien. Wird schon schiefgehen, denke ich. Und genieße meinen Kaffee. Er schmeckt himmlisch. Und mein Morgen ist gleich ein ganzes Stück besser.

In der Zeit während ich auf mein Essen warte, widme ich mich anderen Dingen. Da gerade noch Pfingstferien sind und ich frei habe, mache ich morgens Yoga oder eine andere Sporteinheit. Sobald ich wieder arbeiten gehen müsste, wäre es jedoch auch kein Problem. Dann würde mich der Arbeitsalltag eben ablenken. Wobei, ein wirklich drückendes Hungergefühl habe ich eh nicht.

Das Intervallfasten war bis dato sowieso noch an keinem Punkt eine Überwindung für mich. Das drängende Hungergefühl, die Leere im Bauch, wie ich sie vom „richtigen“ Fasten kenne, habe ich an bislang keinem einzigen Tag gehabt. Diese Erkenntnis stimmt mich sehr positiv, dass das Intervallfasten etwas sein könnte, was sich dauerhaft in meinen Alltag integrieren ließe. Denn, wir müssen uns nichts vormachen. Bei Adipositas geht es ja nunmal nicht darum, mal eben ein paar überflüssige Pfunde bis zum nächsten Sommerurlaub loszuwerden. Sondern darum massives Übergewicht abzubauen. Das dauert. Die Pfunde kamen ja schließlich auch nicht über Nacht. Deshalb ist es wichtig, und auch das weiß jeder, der sich mit dem Abnehmen ein wenig beschäftigt, etwas zu finden, was sich dauerhaft in den Alltag und ins Leben integrieren lässt. Deshalb sind Formula-Diäten und die magische Kohlsuppe auch noch nie langfristig erfolgreich gewesen. Kein Mensch, erst recht kein adipöser, kann monatelang von diesem Fraß leben.

Die nackten Zahlen

Mal abgesehen davon, dass es mir von Anfang an leicht fiel, die 16-stündige Fastenperiode durchzuhalten, hat vielleicht auch noch etwas eine wichtige Rolle gespielt. Der morgendliche Gang auf die Waage.

Ich habe sofort, und ich meine wirklich sofort, Ergebnisse gesehen. Am Anfang der typische schnelle Wasserverlust mit gut -1,5 kg, na klar. Ist nur Wasser, aber das ist mir egal. Was weg ist, ist weg. Und dann ging es nämlich trotzdem Stück für Stück immer weiter runter. Hier 300g weniger, da 200g rauf, dann 400g weniger. Nach meiner ersten Woche des Intervallfasten zeigt meine Waage heute morgen stolze 2,5 kg weniger. Ich bin begeistert. Von mir aus darf das gerne so weitergehen.

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