Intervallfasten bei Adipositas – ein Selbstversuch

Nun habe auch ich mit dem Intervallfasten gestartet. Das Konzept ist mir zwar schon länger bekannt, trotzdem habe ich dem ganzen erst letzten Sonntag den Startschuss verpasst. Eine Woche später möchte ich meinen Kopf auf die Tischplatte donnern und mich fragen: „WARUM?“

Denn diese Woche lief so dermaßen wie geschmiert, dass ich mir in den Allerwertesten beißen könnte, dass ich nicht schon viel früher mit dem Intervallfasten angefangen habe. Aber der Reihe nach.

16:8? Ich dacht‘ das heisst 16:9!

Genau. 16:9 ist das Bildformat, das der neue Fernseher auch endlich hat. Und 16:9 ist auch das Format, dass ich irgendwann haben werde, wenn sich bei meinem Körpergewicht nicht bald mal etwas tut. Durch verschiedene Umstände habe ich nämlich vor, während und nach meiner Schwangerschaft sehr viel zugenommen. Sehr viel. SEHR viel. Wir verstehen uns.

Ich habe bereits verschiedene Versuche gestartet und sogar bei einem sogenannten MMK mitgemacht. Also ein multimodales konservatives Behandlungskonzept zur Behandlung eines krankhaften Übergewichts. Mein Programm dauerte 6 Monate, war ärztlich begleitet und brachte eine Gewichtsabnahme von genau 0,0 kg. Obwohl ich alles nachweislich richtig gemacht habe.

Bei der Abschlussuntersuchung blieb nur noch Ratlosigkeit der leitenden Ärztin des Programms und immerhin ein schönes Blutbild mit Top-Werten. Denn, das muss ich immerhin sagen: Ich habe zum Glück wirklich (noch?) keinerlei ernsthafte gesundheitliche Probleme durch meine Adipositas. Das soll Bitteschön auch so bleiben. Nur leider ist jeder Tag mehr mit diesen vielen überflüssigen Pfunden auch ein Tag, der mich näher an eine der assoziierten Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck, Diabetes o.ä. führen kann.

Bei aller Selbstliebe – ich weiß einfach, dass mein Gewicht eine tickende Zeitbombe ist. Ab einem BMI von 33 hat es wirklich nichts mehr mit mangelnder Selbstakzeptanz zu tun, wenn man abnehmen will. Nur, damit das klar ist.

Letzter Ausweg Magenbypass?

Nach dem sechsmonatigen Programm war ich vor allem eins. Frustriert. Zu einer meiner Mitstreiterinnen sagte ich irgendwann: „Vielleicht lass ich mich doch operieren.“

Aber ich lasse mich nicht operieren. Ich bin nicht davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist.

Dann kam Corona. Und dann wurde es nochmal schlimmer. Meinen Sport, den ich gerne machte, konnte ich nicht mehr ausüben. Durch das Homeoffice und Homeschooling war der Bewegungsradius eingeschränkt. Durch die Reduktion nicht notwendiger Treffen und Alltagsaktivitäten noch mehr. Der tägliche Spaziergang und das gelegentliche Radfahren haben das nicht mehr abgepuffert, was ich sonst im Alltag habe. Covid-19 hat mir nochmal zwei Kilos on top beschert. Ende Mai hatte ich offiziell mein All-Time-Höchstgewicht. Und es war klar, dass es so nicht weitergehen wird.

Ein Kaloriendefizit muss her

Um Abzunehmen muss der Energieverbrauch höher sein als die Energiezufuhr. Das hat inzwischen wohl schon jeder mal gehört. Also habe ich mir vorgenommen ein paar Home-Workouts im heimischen Wohnzimmer zu machen und nebenher meine Kalorienzufuhr zu tracken.

Aber, wie auch schon früher, wie auch in dem MMK – es funktioniert einfach nicht. Der Sport verbrennt nicht so viel, als dass ich es mit einem abendlichen Snack-Anfall nicht doch wieder wett machen könnte. Ein schönes Frühstück und ein normales Mittagessen, vielleicht noch ein Latte Macchiato am Nachmittag und schon wird es eng für den Rest des Tages.

In meiner Abnehm-App gibt es verschiedene Herausforderungen. Unter anderem auch 16:8 Intervallfasten. Und ich dachte mir: So what? Dass ich Fasten kann, weiß ich ja. Von den gesundheitlichen Effekten wie Autophagie, der Reduktion entzündlicher Prozesse im Körper sowie einer allgemein stimmungsaufhellenden Wirkung bin ich sowieso überzeugt. Und wenn man manchen Expert*innen glauben darf, sind diese Effekte auch mit dem viel leichter in den Alltag zu integrierenden Intervallfasten möglich.

Mit einem Klick startete ich die Fasten-Challenge und sogleich tickte eine Uhr auf dem Display. Deine Fastenzeit beginnt in 3 Std 57 Min und 2 Sek. Oha.

Ich habe mich dafür entschieden von 19 Uhr abends bis 11 Uhr am darauffolgenden Tag zu fasten. Das schien mir am praktikabelsten. Und tatsächlich: Gegen 18 Uhr fing ich mit der Zubereitung meines Abendessens an. Um 18:30 Uhr habe ich dann in Ruhe gegessen und um Punkt 19 Uhr wurde mein Fastencountdown umgestellt. Meine Fastenzeit hat begonnen.

Und ich blieb diszipliniert. Mein Abendessen war tatsächlich das letzte, was ich an diesem Tag gegessen habe. Kein spätes Naschi aus dem Schrank. Kein kalorienhaltiges Getränk zum Ausklang des Abends.

Man bescheisst ja immer nur sich selbst

Verrückt, oder? Nur weil da jetzt so ne Uhr in einer App sagt, dass man jetzt nichts mehr essen darf? Weil da ein Countdown ist? Aber egal. Ich wollte mich nicht schon am ersten Tag selbst bescheißen. Und nichts anderes ist es ja. Man verarscht sich immer nur selbst. Und fällt sich letztlich nur selbst in den Rücken, wenn man die eigenen Pläne sabotiert.

Ich hab den ersten Abend geschafft. Es war nicht einmal besonders schwer.

Weiter geht es mit Intervallfasten bei Adipositas – Woche 1

Related Posts

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.