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Dieser Slogan einer bekannten französischen Kosmetikmarke aus dem Jahr 1971 begleitet mich zeitlich betrachtet schon mein ganzes Leben. Ich bin Jahrgang 1972 – ein besonders guter, wie mein gleichaltriger Hautarzt gerne betont. Obwohl ich für Kosmetikprodukte auf Basis ungesunder Chemikalien nicht viel übrig habe, trifft dieser Slogan in perfekter Weise den Kern meines heutigen Themas:
Warum sich ein Leben lang körperlich abstrampeln, schwitzen, quälen? Meine Kurzantwort darauf steht bereits im Titel!
In den Augen meiner Trainer auf der Kinder- und Jugendsportschule war ich ein Spätzünder. Bevor ich mit dem 8. Schuljahr in den professionellen Wettkampfbetrieb einstieg, habe ich sportlich nur wenig brilliert. Mein Sportlehrer in der Grundschule machte sich nicht die Mühe, motivatorisch oder gar feinfühlig auf eine Begeisterung für Bewegung und Körpergefühl hinzuwirken. Gleiches sehe ich heute übrigens im Sportunterricht meiner Tochter im Teenageralter. Damals wie heute wurden große Forderungen aufgestellt – Ausdauerlauf, Stangenklettern, Reckturnen. Die dafür notwendigen körperlichen Grundlagen und Fertigkeiten wurden nicht vermittelt. Im Gegensatz zum heutigen Unterricht meiner Tochter, konnte mein Sportlehrer aber alles was er prüfte auch demonstrieren. Doch das allein reichte nicht, um aus mir einen Athleten zu machen. So manche Totalausfälle musste ich durch "Grobschlächtiges" wie Kugelstoßen oder Medizinball-Weitwurf ausbügeln, um eine halbwegs gute Sportnote zu bekommen. Was mir fehlte, war eine Motivation.
Für mich änderte sich in sportlicher Hinsicht alles durch einen neuen Mitschüler, der Gewichtheber auf Breitensport-Niveau war und mich zu einem gemeinsamen Training einlud. Ich traf auf einen Trainer, der mir unvoreingenommen und freundschaftlich begegnete und mir durch gute Didaktik und Methodik zeigte, wozu ich körperlich fähig war. Besonders wichtig aber: Mein Trainer gab mir erstmals eine Vision und eine Zukunftsperspektive. Im Handumdrehen trainierte ich fast täglich mit Begeisterung. Nur ein Jahr später fand ich mich auf einer Eliteschule des Sports wieder und mein gesamter Alltag wurde einem professionellen Training untergeordnet.
Was ich in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten gelernt habe, hat meinen weiteren Lebensweg stark geprägt. Für Außergewöhnliches braucht es ein Ziel, eine Vision, Emotion, Selbstvertrauen, Disziplin, Kontinuität, aber auch Mentoren, Vorbilder, konstruktives Feedback und nicht zuletzt Niederlagen und Erfolgserlebnisse.
Lebenslange Gesundheit und gute Fitness sind keine Geschenke. Sie sind nicht das Ergebnis einer genetischen Lotterie, sondern die verdienten Früchte eines stetigen Bemühens. Das zugrundeliegende Naturgesetz lautet: Use it or loose it!
Die moderne Technik hat den arbeitenden Menschen von einem Extrem ins andere geführt. Auf eine jahrhundertelange Arbeitswelt unter körperlich schwersten Strapazen folgt heute die fast vollständige Bewegungslosigkeit. Damit müssen wir die Wartung und Pflege unseres Körpers plötzlich aktiv managen. Vielen Menschen fehlt offenbar eine Vision, welche ein Leben in Bewegung ausreichend lohnend und attraktiv macht.
Mit den Möglichkeiten der modernen Medizin und einem unbegrenzten Nahrungsangebot ist plötzlich eine Lebensspanne von 120 Jahren denkbar. Ein langes Leben in Gesundheit ist wirklich außergewöhnlich! Dennoch ist Longevity heute ein Trendthema. Das bringt mich zurück zu meinen zuvor beschriebenen Erfahrungswerten. Für mich persönlich ist es heute nicht nur ein Selbstverständnis, sondern ein Grundbedürfnis, mich regelmäßig zu bewegen. Meine Visionen mögen sich im Laufe meines Lebens geändert habe, doch der Weg zum Ziel bleibt der gleiche.
Ich bewege mich, weil ich meine Lebensqualität langfristig erhalten möchte. Was man an der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit hat, würdigt man häufig erst, wenn man krank oder gebrechlich ist. Use it or loose it! Ich habe noch sehr viele Interessen, Wünsche, Ziele im Leben. Für deren Verwirklichung brauche auch einen funktionierenden Körper, einen wachen Geist und noch genügend Lebenszeit. Das alles kann ich mir erarbeiten – mit einem aktiven und gesunden Lebensstil. Das ist nicht immer bequem, aber das bin ich mir wert! Diese Sichtweise ist in einem positiven Sinn vollkommen egoistisch, denn dabei geht es in erster Linie nur um mich und meine Bedürfnisse.
Das Ticket für den Longevity-Fernzug wird in Trainingsminuten und Herzschlägen bezahlt. So heroisch, wie das klingt, ist es aber gar nicht. Der notwendige Aufwand hält sich wirklich in Grenzen. Weil es gar nicht um Höchstleistungen, sondern vielmehr um Kontinuität und Alltagstauglichkeit geht, ist ein Longevity-Training für alle möglich.
Wie genau so ein Training aussehen kann, wie wenig es dafür an Equipment oder Zeit braucht, welche Vision mich dabei trägt, warum ich mich als Longevity Athlete betrachte und wie auch du dazu wirst, erfährst du in meinem Blogartikel.
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